15 Monate

Mein Blog ist ja noch nicht so alt. Während meiner Schwangerschaft habe ich mir oft Youtube Videos von (damals) werdenden Mamas angeschaut. Diese schaue ich mir jetzt immer noch an, nur dass es jetzt halt Mamas in action sind. Ich finde es spannend zu sehen, wie unterschiedlich Schwangerschaften verlaufen, welche Gedanken werdende Mütter so haben und die Entwicklung von Kindern in ca. gleichem Alter zu vergleichen.

Was ich sagen will, ich werde jetzt nachträglich keine Schwangerschaftsberichte hier veröffentlichen. Würde mir nach 15 Monaten eh keiner mehr glauben. Aber Ich wollte mal kurz etwas zur Entwicklung von Kindern schreiben. Ich hoffe, es artet nicht aus… ich leg mal los.

Meine Schwangerschaft war sehr angenehm, ich hatte keine großartigen Probleme, es war ehr wie ein ganz normales weiterleben, nur dass eben der Bauch immer dicker wurde. Mia kam dann 3 Wochen zu früh, was meine Planung etwas durcheinander warf, aber sie hat mich damit gut ins Mutter sein eingestimmt. Planung, pff! Sie war schon im Bauch sehr lebhaft, meine Frauenärztin hat regelmäßig mit ihr geschimpft, weil sie nie kooperativ war. Dann war sie da und seitdem sehe ich ihr beim Aufwachsen zu.

Jede Mutter wird irgendwann anfangen, andere Mütter zu kategorisieren. Da gibt es die zurückhaltenden, die lieber für sich sind, die entspannten Mütter, die alles auf sich zukommen lassen, die Egomütter, deren Kind alles besser und früher kann und die Übermütter, die alles besser wissen. Mischformen sind möglich!

Ich habe schnell für mich beschlossen, dass ich mich nicht verrückt machen lasse und würde mich zu den entspannten Müttern zählen. Die Püppi ist ein Spätzünder. Zum einen musste sie ja den knappen Monat, den sie zu früh kam erstmal aufholen, zum anderen nimmt sie sich halt für das Lernen etwas mehr Zeit. Und ich zwinge sie zu nichts. Und so fing sie beispielsweise erst mit 14 Monaten an zu laufen. Und seitdem finde ich, dass sie in der Entwicklung riesen Sprünge macht. Zum einen ist sie quasi über Nacht gefühlte 20cm gewachsen, sie hat ordentlich Gewicht zugelegt (damit hatten wir so einige Problemchen in der Vergangenheit) und sie scheint nun jeden Tag neue Wörter zu lernen. Es ist, als ob ein Knoten geplatzt ist und sie jetzt aufholen will. Sie klettert seit einer Woche auf das Sofa (zum Glück hatte sie einen Tag später auch raus, wie sie wieder runter kommt) und spätestens jetzt realisiere ich, dass die Zeit vorher eigentlich noch sehr entspannt war. Ich kann sie jetzt keinen Moment aus den Augen lassen. Wo ich vorher mal schnell in die Waschküche konnte, muss ich sie jetzt entweder mitnehmen, oder in den Babyknast stecken. Ich habe noch zu viel Angst, dass sie sich bei ihren Kletterkünsten überschätzt. In jeder unbeobachteten Sekunde wird der Herd angepeilt (wehe, ich vergesse die Knöpfe reinzudrücken) oder die Spülmaschine (leider hat die keine Tastensperre).

Die Sprachentwicklung macht auch Fortschritte. Sie ist typisch Frau und quasselt den ganzen Tag ununterbrochen. Alles wird angesprochen. Ihr erstes Wort war “nein”, gefolgt von “naaaaa?”. Die Bampe (Lampe) ist ihr Lieblingswort, wenn sie trinken will , dann zeigt sie auf ihre Flasche und sagt “kaitn!”. Seit heute sagt sie “danke”, wenn sie mir was gibt und hält mir ihren Nene (Schnuller) hin. Ich habe aufgegeben, dass sie jemals Mama oder Papa sagt…

Und sie hat momentan eine kuschelige Phase. Sie war (leider) kein Kuschelbaby. Aber mittlerweile drückt sie sich auch an mich, wenn ich sie auf dem Arm habe, da geht das Mutterherz auf! Aber das Gegenteil klappt auch immer besser, sie kann ganz schön biestig werden!!

Nun ist sie definitiv kein Baby mehr! Ich weiß, dass viele Kinder diese Sachen schon früher konnten. Und ich habe schon oft die Klassiker gehört, wie “Mein Kind konnte das aber schon mit X Monaten!”. Ich lächele in solchen Momenten. Ich fühle mich relaxt genug, um der Ego- und Übermütterfraktion entgegen zu treten. Und ich bin auch froh, dass sie so ein “Spätzünder” ist, weil ich den “Stress” erst jetzt habe. 😉 Noch mache ich mir keine Sorgen, dass sie irgendwelche Defizite haben könnte. Und selbst wenn das irgendwann so sein sollte, sie ist und bleibt meine Tochter und ich werde alles mögliche tun, um aus ihr einen guten Menschen zu machen!

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